Baugeld
Wer den Traum vom Eigenheim oder der Eigentumswohnung träumt, muss sich ganz real mit der Finanzierung desselben aus einander setzen. Baugelder erleichtern den Weg zur Realisierung des Traums. Schaffe, schaffe Häusle baue ist zwar auch heute noch das Grundmotto, wenn es sich um die Schaffung der eigenen vier Wände dreht, allerdings erleichtern und beschleunigen verschiedene Finanzierungsprojekte den Einzug in die selbigen beachtlich. Ein probates Mittel zur Finanzierung von Wohneigentum im Privatbereich ist das sogenannte Baugeld, welches in verschiedenen Varianten dem zukünftigen Bauherren zur Verfügung stehen kann. Baugelder sind keine Erfindung der Neuzeit.
Bereits in der Antike wurden ‘Anleihen’ für die Verwirklichung von Bauprojekten aufgenommen. Hier allerdings vornehmlich von führenden Staatsmännern, wenn die Staatskasse die Mittel zum Bau nicht mehr her gab. Nachweise für die Finanzierung privaten Wohneigentums fand man auch in alten chinesischen Schriftrollen, die den Schluss zu lassen, dass bereits im alten China eine Form der ‘Bausparkasse’ bestand. Eine gezielte Finanzierung entstand jedoch erst im England des 18. Jahrhunderts. Der Wohnungs-Not gehorchend suchte man nach schnellen Lösungsmöglichkeiten und entdeckte die Finanzierung mittels des kollektiven Sparens wieder.
In Deutschland bereiteten den Weg für diese Finanzierungsform Menschen wie Pastor von Bodelschwingh zum Ende des 19. Jahrhunderts, der gleichermaßen wie einst in England in Bielefeld die Wohnungsnot zu bekämpfen suchte. Bis sich diese Finanzierungsvariante jedoch durchsetzte, sollte es noch bis ins Jahr 1924 dauern. Mittlerweile gehört das Bausparen zur festen Finanzierung, wenn es sich um den Neu-, Umbau, Sanierung oder überhaupt den Erwerb von Wohneigentum handelt. Fast 60% der Deutschen finanzieren ihre Bauvorhaben aus Bausparprogrammen. Neben dem Bausparen ist die Finanzierung mittels Baukredit, Hypotheken oder staatlichen Förderprogrammen möglich. In vielen Fällen besteht das zweckgebundene Finanzierungsprogramm aus einer Mischung von Bausparen, Baukredit und, wenn möglich, staatlichen Fördergeldern.
Bei letzterem ist jedoch zu beachten, dass es hier gilt, vorgegebene Kriterien zu erfüllen, an welche die jeweilige Förderung gebunden ist. Dabei kann es sich z.B. um besondere Energiespar-Baumaßnahmen handeln. Wichtig für jeden, der Baugelder in Anspruch nimmt, ist, dass die Tilgungszeiten weitaus länger bemessen sind, als jene anderer Kreditformen. In der Regel kann der Kreditnehmer hier zwischen zehn bis dreißig Jahre Tilgungszeit wählen. Außerdem wird die Zinshöhe vor dem Vertragsabschluss festgelegt und gilt für die nächsten 10-15 Jahre.
Unterschiedliche Konditionen der Kreditanbieter bezüglich Zinsen und Kredite machen es übrigens unerlässlich, dass Bauwillige sich rechtzeitig und umfassend auf dem Finanzierungsmarkt informieren, um so die für sie und ihre Projekte günstigsten Konditionen aus zu handeln. Eben so unerlässlich ist eine sorgsame Bauplanung, da so unliebsame finanzielle Überraschungen weitest gehend eingeschränkt oder unnötigen Überschuldungen der Riegel vorgeschoben werden kann.
Es ist empfehlenswert, sich für die finanziellen wie auch bauliche Vorplanungen an unabhängige Fachleute des Bauwesens und des Finanzmarktes zu wenden. Steht der Ablauf der zinsfesten Laufzeit bevor, macht es Sinn, eine geeignete Umschuldung zu planen. In der Regel bereitet es keine Schwierigkeiten, Baufinanzierungen auf einen anderen, nun zum neuen Zeitpunkt günstigeren, Kreditgeber um zu legen.
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